Ein Burdaschnitt… Kleidchen 112

Ich habe zum Geburtstag eine Burda geschenkt bekommen und war Feuer und Flamme mal einen Schnitt aus der Zeitung und eben nicht aus dem Internet zu nähen.

(Ich entschuldige mich bereits jetzt für die echt miesen Bilder, aber ich bin zur Zeit nur zu Hause, wenn es bereits dunkel ist oder gerade hell wird und die Softbox hat den Geist aufgegeben… seufz.)

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Dazu habe ich mir zunächst einen vermeintlich leichten Schnitt ausgesucht, da ich gerne mit Jersey nähe, fiel die Wahl auf ein figurbetontes Jerseykleidchen mit Trompetenärmeln. Kleidchen 112 in der Burda 12/2016.

Den passenden Stoff hatte ich mir auch bereits ausgesucht ein sehr heller Jersey mit     einem tollen Rankenmuster und einer Borte unten, den ich mir zusammen mit Soluna auf dem Stoffmarkt gekauft habe in Bad Godesberg. Ich bin übrigens extremst neugierig, was die Dame mit dem blauen Mantel und dem roten Haar, die den Stoff ebenfalls gekauft hat, daraus gemacht hat, wenn ihr sie also irgendwo seht oder du das hier selbst liest, zeig doch mal!

Dann habe ich mir Malerplane besorgt und die Schnittteile vom Bogen gepaust, das war schwerer als erwartet. Ja, was kann an Abpausen so schwer sein? Erstmal in dem Gewusel auf dem Bogen alle Teile finden, dann die Größe abmalen, die ich brauche, das war nervig und ich fand es noch schlimmer, als Schnittmuster kleben und ausschneiden. Zu allem Überfluss hatte ich mir dann auch noch zu dünne Malerplane im Baumarkt besorgt, die war sehr fuddelig und lud sich immer wieder statisch auf und klebte dann entweder an meiner Hand oder dem Schnittmusterbogen.

Als ich endlich alle Teile übertragen und ausgeschnitten hatte, habe ich zugeschnitten. Ich bin ja nun sehr klein und leidlich schlank (158 cm/ 52 kg) Die Burdaschnitte gehen aber alle nur bis 36 runter und dieser Schnitt hier verlangte eine Nahtzugabe von 1,5 bzw. 4 cm. Ich wollte das Kleidchen ein wenig weiter, als im Bild, also hab ich mich da einfach mal drauf verlassen und nach Schnittmuster zugeschnitten und genäht. Ähm ja, ich hätte meinem Bauchgefühl vertrauen sollen, dieses Kleidchen angeblich in Größe 36 wäre meiner Schwester zu weit gewesen und diese ist 20 cm größer als ich und aktuell im 6. Monat schwanger mit Zwillingen. Dazu waren die Ärmel mit den Trompetenansätzen viel zu lang und mit viel zu lang, meine ich satte 20 cm.

Vor den Änderungen sah das so aus:

Außerdem war ich mal wieder schneller als mein Hirn beim zusammennähen und die Borte hatte sich verschoben, so dass sie auf einer Seite nicht exakt aufeinander traf. Anfangs hätte ich das so gelassen, mittlerweile stören mich solche Kleinigkeiten, da es aber ja ohnehin zu weit war, war klar, das mach ich nochmal neu.

Erstmal hing das Kleidchen also doof herum. Gestern abend habe ich dann erstmal die Seitennähte neugemacht. Da ich zu faul zum Auftrennen war, habe ich einfach die Naht abgeschnitten, ich wollte ohnehin auf beiden Seiten mindestens 4 cm enger nähen. Das habe ich dann auch getan und dieses Mal auf die Borte geachtet, die nun überall schön aufeinander trifft.

Dann habe ich die Ärmel 20 cm gekürzt und die Trompeten neu angesetzt.

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Anschließend habe ich sowohl am Rockteil, als auch an den Ärmeln einfach umgeschlagen und versäumt.

Die Burda sieht für diese Kleid im Rückenbereich einen Reißverschluss vor, keine Ahnung, wozu man den brauchen sollte, das Ding ist aus Jersey und extrem weit, den hab ich weggelassen und mich geärgert, dass ich mir das nicht vorher überlegt hatte und nun halt eine Teilung im Rücken vorhanden ist, die ich einfach zusammen genäht habe.

Dann habe ich den Kragen gesäumt. Hier fehlte aus meiner Sicht das Schnittteil 5, einmal, laut Schnittmuster wäre das nur einmal zu zuschneiden, dann hat man aber zu wenig „Bündchen“ für den Ausschnitt. Ich habe es also zweimal zugeschnitten und angenäht. Keine Ahnung, was die Burda sich hier bei den Schnittteilen gedacht hat, aber das paßte alles vorne und hinten nicht. Ich hab anschließend die Schnittmusterteile für den Ausschnitt in die Tonne gekloppt und mir nach Gefühl selbst ein „Bündchen“ zugeschnitten und angenäht. Am V-Ausschnitt war das etwas frickelig, hab ich aber auch hinbekommen.

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Mein Kleidchen ist also nun fertig, es sitzt immer noch leger, trotz 8 cm Verschmälerung, aber tragbar und lässig.

Die Trompetenärmel sind immer noch recht lang, aber so, wie ich sie haben wollte.

Die Ausschnittlösung gefällt mir nicht perfekt, ist aber besser, als die Vorgabe der Burda.

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Verbraucht habe ich vorallem wegen des vielen Verschnitts durch das zunächst viel zu große Nähen knapp 2 Meter, was aber eben auch an der Borte lag, die ja passend zugeschnitten werden mußte.

Fazit: Der Burdaschnitt ist wirklich schön geworden, aber nächstes Mal verlasse ich mich auf meinen Bauch und passe das Muster bereits beim Zuschneiden an meine Größe an. Außerdem überlege ich mir vorher, ob ich da wirklich einen Reißverschluß brauche, wo einer hin soll. Der Schnitt von Kleidchen 112 ist aus meiner Sicht zwar geeignet für nicht so geübte Näherinnen, sonst wäre ich damit ja nicht klar gekommen, aber man sollte auf jeden Fall schon mutig genug sein, einfach mal was anzupassen oder abzuändern.

Insgesamt, war ich mit dem Kleidchen mit Zuschnitt zwei Nachmittage / Abende beschäftigt.

Neu gelernt habe ich den V-

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Jetzt wird das Kleidchen erstmal zum Brunch ausgeführt und geschaut, ob es so bequem und schick ist, wie ich hoffe….

Edit: ich bin hin und weg! Das Tragefoto:


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12 Gedanken zu „Ein Burdaschnitt… Kleidchen 112

  1. ist aber schick geworden, die Mühe hat sich echt gelohnt! und ich bin gespannt, es mal angezogen zu sehen, steht Dir bestimmt gut.
    Spannend ist ja auch, den Schnitt in der Burda zu sehen (die liegt hier rum) und jetzt das, was Du draus gemacht hast!
    hab übrigens mal nachgesehen: bei Teil 5 steht „im Stoffbruch 1x“. Das heißt doch, dass Du 2 Teile bekommen würdest, weil der Stoff ja übereinander liegt. oder nicht?

    Nadia

  2. Pingback: An jedem verdammten Sonntag 27.11.2016 | jetzt kocht sie auch noch

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  4. Sehr schönes Ergebnis! Fehler passieren jedem, selbst noch so geübte Schneiderinnen, müssen oft zum Auftrenner greifen. Das Wichtigste beim Nähen ist die Freude über das Ergebnis am Ende.

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