Mia – eine Grenzerfahrung…

Kaum hab ich einen Wintersuit genäht, werde ich wieder größenwahnsinnig.

Ich wollte eine Mia von pattydoo nähen, mal schnell, flott so an einem Nachmittag, als Nähanfängerin. Ich bräuchte so eine kleine Sirene, die angeht, wenn ich eine dumme Idee habe, die wäre heute Amok gelaufen, diese Sirene.

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Da ich aber so eine Sirene nicht habe, hat Frau Katze mir das Material rausgelegt und ich habe losgelegt… naiv, wie ich bin.

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Aber gut, die Mia ist fertig… angefangen hab ich um 16 h und zwischendurch nur einmal kurz Pause gemacht, um dem Herrn einen Brokkolinudelauflauf zu kredenzen und selbst ein paar Köttbullar zu essen, dann ging es weiter bis gerade eben. Um 20:40 h war das Ding fertig, jetzt hängt es grad in der Ecke und ich töte es mit Blicken, während ich die Reste von 4 Nähmaschinennadeln und die Fadenreste von 3 Mal Reißverschluss auftrennen zusammen sammele.

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Ehrlich, das ist nichts, was man als Anfänger mal eben so machen kann, flott schon gar nicht. Und das Video dazu habe ich leider erst gerade entdeckt, als ich schon fertig mit den Nerven war, irgendwie hatte ich überlesen, dass es dazu eine Videoanleitung gab. Ja, Asche auf mein Haupt, aber mein Reißverschlussproblem wird dort leider nicht gezeigt, da die Tasche dort nur einen Magnetknopf bekommt. Auch so fand ich das Video sehr flott und wenig ausführlich, das kenne ich von Pattydoo sonst einfach wirklich anfängertauglicher. Auch die Taschenhenkel werden im Video nicht gezeigt.

Gut, ich sollte erwähnen, meine sehr kräftige Stoffwahl war vermutlich auch nicht die Geschickteste und das Ganze dann auch noch mit Vlieseline füttern zu wollen, machte die Geschichte nicht leichter. Dabei war bis zum Reißverschluss der großen Tasche alle noch super in Ordnung. Es klappte wirklich gut, ich hangelte mich an der bebilderten Anleitung entlang, die ich diesmal allerdings leider nicht ganz so intuitiv und anfängertauglich erklärt fand, wie ich es von Pattydoo sonst gewohnt bin. Und dann hieß es den Reißverschluss an die Innentasche nähen, die Innentasche in die Tasche stecken, Wenden und Absteppen. Ich habe keine Ahnung, wo mein Denkfehler ist oder was ich nicht begriffen habe, aber nach der Anleitung habe ich beim ersten Mal, den Reißverschluss zu genäht, beim zweiten Mal ließ er sich beim Absteppen nicht mehr öffnen, beim Dritten mal war der Reißverschluss verkehrt herum und der Zipper hing in die Tasche hinein. Entnervt habe ich mir dann die Tasche angesehen, mich von der Anleitung komplett gelöst, die Taschen ineinander gesteckt und den Reißverschluß so eingenäht. Das hat überraschend gut funktioniert, allerdings mußte ich eine Ecke etwas in Falten legen, damit die Reißverschlußenden einigermaßen hübsch aussehen. Da gäbe es sicher eine geschicktere Lösung, bzw. wäre es die von Pattydoo vermutlich, aber ich habe sie nicht begriffen, wirklich nicht, selbst mit Video nicht.

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Meine Lösung find ich jetzt auch ok, aber ich wüßte natürlich gerne, wo mein Fehler lag, weshalb ich die Anleitung nochmal durchgegangen bin und ich finde ihn nicht, irgendeinen vermutlich logischen Zwischenschritt lasse ich offenbar aus oder wende in die falsche Richtung.

Dann ging es an das Annähen der Träger. Nun ja sagen wir, mein sehr dicker Stoff, die dicke Vlieseline und die doppelt gelegten Gurtbänder paßten nicht unter das Nähfüßchen, also mußte ich hier wirklich enorm fummeln und hübsch sieht das wirklich nicht aus, außerdem hatte sich einmal der Futterstoff dazwischen geklemmt, den ich dann an den Träger genäht hab, also wieder auftrennen. Hier sind dann auch die 4 Nähmaschinennaden drauf gegangen, dabei habe ich wirklich alles gegeben, Jeansnadeln versucht, Ledernadeln, Mikrotex, Universal… alle hatte mit den vielen Stofflagen und den Gurtbändern Probleme und meine Maschine kam hier enorm an ihre Grenzen, sie wurd langsam, ächzte und stöhnte und das obwohl es sich durchaus um eine gute Mittelklasse Maschine handelt. Das war wirklich sehr krass und anstrengend und die herumfliegenden Nadelspitzen, waren echt nicht witzig.

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Obwoh mir die Mia also sehr gut gefällt und ich noch passende Stoffreste habe, werde ich sie erstmal nicht nochmal nähen, das hat wirklich keinen Spaß gemacht.

Das Ergebnis ist zwar trotzdem toll, auch wenn die Träger wirklich eher unschön und unsauber angenäht sind, weil die Maschine hier wirklich nicht wollte, sind sie stabil und fest. Meine grün lila Stoffe und das graue Kunstleder gefallen mir sehr, aber ich möchte Spaß beim Nähen haben und nicht ständig Angst haben, dass mir die Nadel um die Ohren fliegt oder die Maschine an ihre Grenzen kommt. Eine große Taschennäherin werde ich also wohl nicht werden. Vielleicht gibt es auch einen Trick, wie die Maschine auch sehr viele und sehr dicke Stoffschichten problemlos schafft, den ich schlicht nicht kenne? Falls ja, macht mich schlau, bitte!

Verbraucht habe ich sehr wenig vom vorgeplanten Stoff, weil man wirklich gut und passend zuschneiden kann.

Ich habe außerdem auch die Rückseite geteilt und hier grünen Stoff angenäht.

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Mein Kunstleder habe ich komplett aufgebraucht, vorallem allerdings weil ich die Reißverschlussblenden mehrmals neuzuschneiden mußte, weil ich falsch angenäht hatte, hier habe ich 50 cm x 100 cm gehabt, vom Lila und Grün habe ich noch größere Reste das waren jeweils 50 cm x 100 cm.

Die Stoffe und das Kunstleder waren von Palim Palim Wuppertal und Reissverschluss und Träger sowie Vlieseline waren von Snaply.

Was meint ihr, zu schlimm geworden oder kann man das anziehen?

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Ein Gedanke zu „Mia – eine Grenzerfahrung…

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