Lonely Planet Israel und Palästina

Unbenannt

Seit Jahren möchte ich Israel und Palästina besuchen, nicht aus religiösen Gründen, sondern aus Neugier. Leider mangelte es in den letzten Jahren entweder an Geld, Zeit oder Mut.
Trotzdem bin ich sicher, dass ich diese Reise irgendwann wagen werde, entweder mit meinen Mädels, meinem Mann oder wenn keiner mit will zur Not auch alleine, da bin ich ja nicht zimperlich und setze mich durchaus auch alleine ins Flugzeug.
Probleme hatte ich als allein reisende Frau noch nie, warum also nicht.
Ich habe dann die Chance genutzt, um mir zumindest schon mal ein paar Anregungen zu holen und mich auch schlau zu machen, ob diese Reise wirklich das werden wird, was ich erwarte und den Lonely Planet Israel und Palästina bestellt.
Dazu kommt, dass ich ja immer wirklich gerne Reiseführer lese.

In der Regel ist der Lonely Planet der erste Reiseführer zu dem ich greife, irgendwie haftet ihm immer noch der Hauch des Individualreisenden an und ich mag den Aufbau einfach sehr gerne.
Der Lonely Planet Israel und Plästina ist ausgestattet, wie alle Lonely Planets, ein robuster (allerdings diesmal matter und damit weniger abwaschbarer) Einband, ein praktische und handliches Format und im hinteren Teil zusätzlich eine heraustrennbare Faltkarte von Jerusalem, samt Register, Highlights und Gebietskarte.
Im vorderen Einband, das was den Lonely Planet für mich unverzichtbar macht, die immer gleichen Erläuterungen, an denen ich mich orientieren kann und die mir helfen im Reiseführer zu finden, was ich suche.
Wie üblich gibt es die erklärten Symbole und die bekannten 4 Kapitel:
1. Reiseplanung
2. Reiseziele
3. Israel und Palästina verstehen
4. Praktische Informationen.

Die 4 Kapitel finden sich in jedem Lonely Planet, machen ihn übersichtlich und vertraut. Ich mag es wenn so etwas wiederkehrend designed ist und ich mich direkt in einem Sachbuch zu Hause fühlen kann.
Die Seiten sind wie üblich beim Lonely Planet sehr dünn und dadurch etwas empfindlich. Sie machen das Buch aber auch handlich und sorgen dafür, dass es weniger Gewicht hat und somit immer dabei sein kann. Ich finde das praktisch und verzichte hier gerne auf mehr Reißfestigkeit.

Kapitel 1 beginnt wie üblich mit einem Willkommensgruß und kurz angerissen einigen Infos zu Heiligen Stätten, Tel Aviv, Archäologie, Outdoor-Aktivitäten und einer kurzen Info zum Autoren Daniel Robinson. Dann folgt die Karte passend zum Reiseziel und die Top 20 der Sehenswürdigkeiten. Felsendom, Totes Meer, Klagemauer, Golanhöhen, Safed, Petra, Nazareth, Bethlehem um nur ein paar Beispiele zu nennen. Alles mit kurzen Infos und Anreizen in Form von Bildern.

Im Abschnitt „Gut zu Wissen“ finden sich wie immer alle wichtigen Informationen vor Reisebeginn, aber auch während der Reise. Telefonnummern der Rettungsdienste, Polizei, Informationsseiten im Internet, Wetterinformationen, gesprochene Sprachen, etc.
Dann kommen in „Wie wärs mit“ Kurz und knapp Vorschläge für Aktivitäten. Hier werden sehenswerte Strände erwähnt, Wandertouren vorgeschlagen, Weinproben, Schauplätze des neuen Testaments, aber auch Hinweise für das Nachtleben erwähnt.

Im Bereich Monat für Monat findet sich der Lonely Plante übliche Veranstaltungskalender, Märkte, Feiertage, Feste und Feierlichkeiten, werden hier aufgezählt und können für die genaue Reiseplanung berücksichtigt werden.
Schön finde ich im Lonely Planet auch immer die vorgeschlagenen Reiserouten. Hier sind es 4 Stück, einmal 2 Wochen für Israel, dann 4 Wochen Odyssee durchs Heilige Land, eine 10tägige Feinschmeckerroute und eine Woche für das Westjordanland. Mir gefällt das immer sehr gut, ich orientiere mich für meine eigene Planung hier an den Zeitangaben und Örtlichkeiten.

Ein wichtiger Punkt für die Reise nach Israel und Palästina sind auch die Grenzübergänge und ich bin froh, dass der Autor diesem Aspekt mehrere Seiten widmet. Die Grenzziehungen in Israel und Palästina, bzw. Drumherum ist nicht nicht immer so eindeutig, wie gedacht, hier finden sich viele Erklärungen, Erläuterungen und Wissenswertes, für das eigene Verhalten beim Grenzübertritt und der wichtige Hinweis, dass man auf einen israelischen Einreisestempel im Pass besser verzichtet, wenn man eine weitere Reise in ein arabisches Land plant, da dort die Einreise verweigert werden kann, wenn man im Pass Spuren eines Aufenthaltes in Israel vorweist. Das war mir zwar grundsätzlich bekannt, ich wußte jedoch nicht, dass Isreal Pässe nicht mehr zwingend abstempelt aus genau diesem Grund.

Der Abschnitt „Mit Kindern reisen“ wurde bei mir wieder vernachlässigt. Ich reise nicht mit Kindern, finde die Infos beim kurzen Überfliegen aber für Familien durchaus hilfreich. Ob man nun zwingend den Familienurlaub in Israel planen muß, überlasse ich jedem selbst.

In einem weiteren Überblick werden die verschiedenen Gebiete kurz und knapp vorgestellt, die im zweiten Kapitel dann sehr ausführlich erklärt und erschlossen werden.
Tel Aviv Jaffa
Haifa und die Nordküste
Untergaliläa und See Genezareth
Obergaliläa und Golan
Westjordanland
Gazastreifen
Totes Meer
Negev
Petra

Ich war überrascht, hier auch Informationen zum Gazastreifen zu finden. Es wird zwar darauf hingewiesen, dass Gaza unzugänglich und eine Gefahrenzone ist, dennoch finden sich viele Informationen zu dem Gebiet auch im zweiten Kapitel.

Die Reiseziele in Israel und Palästina werden wie in jedem Lonely Planet sehr ausführlich und mit vielen Tipps und Reisevorschlägen erläutert. Dazu gibt es Kartenmaterial, das übersichtlich gestaltet und mit den wichtigsten Markierungen versehen ist.
Hier haben mir vorallem die vielschichtigen Informationen gefallen, die weder alle religiös, noch politisch gefärbt waren, sondern sehr neutral und informativ die vorhandenen Gegebenheiten schilderten und auf spezielle Dinge, Sehenswürdigkeiten, etc. hinwiesen.
Schön fand ich mal wieder den Spaziergang, der sich hier auf die Grabeskirche bezieht. Diese Spaziergangsvorschläge mag ich immer wieder gerne und würde mir tatsächlich noch mehr davon wünschen. Auch den Spaziergang durch Petra fand ich sehr gelungen und die Grafik dazu ausgesprochen gut.
Hier gibt es außerdem Informationen zu Restaurants, Shopping, Reisemöglichkeiten, Ausgehen, Nachtleben, etc. Jeweils ortspezifisch und sehr detailliert.

Im dritten Teil finden sich aktuelle Informationen zu Israel und Palästina, außerdem auch Vorschläge von Sachbüchern zu der Thematik, eine geschichtliche Zeitleiste, ein Text zu den unterschiedlichen Volksgruppen. Hinweise zu regionalen Spezialitäten, Gerichten, Esskultur, Feste und Feiertage, Lebensart. Außerdem je ein Text zur Regierung und Politik, Religion, Kunst, Natur und Umwelt. Diese Texte finde ich im Vorfeld einer Reise hilfreich, aber auch während einer Reise als Lektüre unterwegs durchaus informativ und unterhaltsam.

Im letzten Teil finden sich die Infos für die Praxis, hier gefällt mir der Abschnitt zum Thema Sicher Reisen sehr gut. Natürlich kann man naiv einfach in ein solches Land reisen, ohne sich Gedanken über die Sicherheit zu machen, ich persönlich würde dies nicht tun und bin für die hier genannten Informationen sehr dankbar und finde sie hilfreich.
Im Abschnitt allgemeine Informationen widmet man sich in einem kurzen Abschnitt auch allein reisenden Frauen, das finde ich sehr gut und hat mir gefallen.
Hier gibt es dann auch Informationen zu Geld, Reisen mit Behinderung, Schwule und Lesben unterwegs, Stromversorgung, Touristikinformationen, Verkehrsmittel, Gesundheit und Gesundheitsrisiken, hier wird sehr informativ aufgeklärt und die Möglichkeiten zur Vorsorge genannt.
Dann folgt ein Sprachführer auf Hebräisch mit Lautsprache und ein Register, beides aus meiner Sicht hilfreich, vorallem wegen der fremden Schriftzeichen zur Übersetzung von Warnschildern oder Hinweisschildern.

Ich mochte auch diesen Lonely Planet wieder sehr und fühle mich ausreichend informiert, um meinem Traumreiseziel näher zu kommen.

6 Gedanken zu „Lonely Planet Israel und Palästina

  1. Mach es, trau dich. Ich selbst war vor über 20 Jahren für 1 Jahr (und danach noch ein paar Mal alleine für 4-6 Wochen) in Palästina und würde jeder Zeit wieder hinreisen. Allerdings sind die Bedingungen dank der Mauer nicht mehr ganz so einfach.
    Als Reiseführer nutzte ich gerne den Lonely Planet und Let’s Go. Letzterer war gut, da auch Preisangaben darin waren, an die man sich gut halten konnte. Gerade beim Verhandeln von Taxipreisen sehr hilfreich.
    Schade finde ich, dass im aktuellen Lonely Planet nicht auch eine kleiner arabischer Sprachführer enthalten zu sein scheint. Gerade für ein paar Höflichkeitsfloskeln hätte ich das schon nett gefunden. Und was Schilder angeht: die sind fast immer dreisprachig (hebräisch, arabisch und englisch).
    Falls es in die konkretere Planung gehen sollte, kann ich dir gerne noch mehr Tipps geben.
    Von guten Wollläden in der Gegend weiß ich bisher noch nichts. Allerdings wird auch traditionsgemäß bei Palästinensern mehr gestickt.

    • Danke für das Hilfsangebot, wenn es konkret wird, würde ich mich da gerne nochmal melden. 🙂
      Ich finde das Gebiet einfach unheimlich spannend und sehenswert und fand, dass der Lonely Planet die Vorstellung ganz gut hinbekommen hat.
      Ein arabischer Sprachführer, wäre sicher hilfreich, daran habe ich gar nicht gedacht, ich war irgendwie von hebräisch als alleiniger Beschriftung von Schildern etc. ausgegangen.

  2. Danke für die Vorstellung. Israel ist eines der Länder, die ganz oben auf meiner Reiseliste stehen.
    Ein weiterer Aspekt, der mich interessiert und zuweilen bei den Bänden von Lonely Planet stört, ist die starke Ausrichtung der Bände auf amerikanische Bedürfnisse, wie z.B. die Erwähnung von Café-, Restaurant- und Hotelketten amerikanischer Mutterkonzerne, die auf jegliche Individualität verzichten.
    Wie sieht es damit in diesem Reiseführer aus?

    Liebe Grüße
    Dorte

    • Restaurant oder Hotelketten mit sehr amerikanischen Wurzeln sind mir jetzt nicht vermehrt aufgefallen. Allerdings muß ich gestehen, dass mir das eventuell auch nicht so ins Auge stechen würde, da ich mich im amerikanischen Raum eher wenig auskenne. Für mich lasen sich Hotel-, Restaurant- und Cafeempfehlungen recht individuell.

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