Island – Marco Polo

Unbenannt

Ich schätze die Marco Polo Reiseführer wegen ihrer Konzentration auf das Wesentliche in der Regel sehe. Sie sind schön schmal, passen gut in die Tasche und sind stabil ausgestattet.
Weitschweifige Lobeshymnen sucht man vergeblich, statt dessen gibt es viele Infos auf den Punkt gebracht und in aller Kürze zusammen gefasst. Im Grunde also alles, was man als Reisender benötigt und zur Information haben möchte.
Diesen Marco Polo für Island eines meiner Traumreiseziele fand ich dann aber doch etwas sehr oberflächlich und deutlich zu kurz. Für einen ersten Überblick reicht das sicher, für eine ganze Reise würde ich hier eher noch ergänzende Reiseliteratur haben wollen.

Gliederung:
15 wichtigsten Highlights mit Seitenzahlen, wo sie abgehandelt werden auf dem vorderen Inneneinband.
Inhaltsverzeichnis
16 Marco Polo Insidertipps mit Seitenzahlen und kurzer Info
6 Tolle Orte zum Nulltarif mit Seitenzahlen und kurzer Info
7 Typisch isländische Orte mit Seitenzahlen und kurzer Info
6 Aktivitäten bei schlechtem Wetter mit Seitenzahlen und kurzer Info
6 Orte zur Entspannung mit Seitenzahlen und kurzer Info
Auftakt: kurzer Überblick über Island und seine Geschichte, leider wirklich sehr stark gekürzt und oberflächlich.
5 Trends in Island (Brauerei, Fischmarkt, Cafe, etc.)
Stichworte und kurze Texte zu Island, Amerika, Baden, Industrie, Flora, Fauna, Geysire, etc. Auch hier wirklich nur ein sehr grober Überblick für denjenigen, der sich mit Island noch nicht auseinander gesetzt hat, sicher interessant, für mich leider ein wenig zu banal.
Essen und Trinken und Einkaufen bieten gute Tipps zu diesen Themen, leider auch hier sehr übersichtlich und für mich etwas zu wenig Auswahl.
Die perfekte Route bietet Vorschläge für eine komplette Islandrundreise auf 1900 km an der Küste entlang. Eine nette Idee und ein guter Anhaltspunkt.
Als nächstes werden die verschiedenen Gebiete Islands abgehandelt. Mit jeweils vielen Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Shopping, Veranstaltungen, Übernachten, Essen und Trinken. Das hat mir gut gefallen, war auch für einen groben Überblick absolut ausreichend.
Allerdings finde ich die Gliederung ein wenig seltsam. Klar, irgendwie muß ein logischer Aufbau da rein, aber Islands Städte bieten so viel mehr, als nur Reykjavik und der Rest wird wirklich enorm knapp abgehandelt. Da hätte ich mir auch für andere schöne Orte etwas mehr Raum gewünscht. Das erschien mir hier deutlich reduziert.
Aufgeteilt ist dieser Teil in:
Reykjavik
Der Süden
Der Osten
Der Norden
Der Westen
Das Hochland

4 Wanderungen und Touren Vorschläge sind der nächste Punkt. Das hat mir wieder recht gut gefallen. Die Abschnitte bieten einen guten Überblick über Anforderungen, Schwierigkeitsgrad, Preise und Beachtenswertes. Schön wäre hier jeweils eine kurze Übersichtskarte für jede Tour gewesen.

Im nächsten Abschnitte geht es um sportliche Aktivitäten in Island und dazugehörigen Tipps (Angeln, Marathon, Gletschertouren, Bergsteigen, Reiten, Rafting, etc.). Eine an sich gute Idee, leider auch hier wirklich enorm knapp. Häufig beschränkt man sich nur auf die Nennung der Adresse. Das ist mir ein wenig zu wenig, hier hätte ich mir deutlich mehr Wertung und Information zu den einzelnen Dingen gewünscht.

Der Abschnitt mit Kindern unterwegs bietet Hinweise, welche Dinge mit Zwergen besonders lohnenswert ist. Wie üblich hab ich diesen Teil nur überflogen, ich muß gestehen, immer froh zu sein, wenn ich im Urlaub so wenig wie möglich Berührungspunkte mit Kinderlärm habe. Interessant fand ich hier aber zum Beispiel den Spaziergang zu den Elfen, das würde ich auch als Erwachsene sehr schätzen. Islands Mythologie ist ohnehin etwas, was mich unheimlich interessiert und was leider im Reiseführer ein wenig zu kurz kommt.

Events und Feste, hier werden die wichtigsten Veranstaltungen festgehalten und mit Terminen und Örtlichkeit angegeben.
Auch die Feiertage finden hier Erwähnung. Sowas mag ich immer sehr, da mir dies bereits bei der Reiseplanung hilft, wann ich wo sein möchte, wann ich besser keinen Shoppingausflug plane und welche Feiern ich unbedingt miterleben möchte.

Toll fand ich den Abschnitt mit Links und Blogs und mehr. Hier kann man wirklich tolle Informationsquellen im Internet finden. Reiseblogs, Streams, Informationsseiten und auch wichtige Apps, die einem in der Einsamkeit Islands sehr gute Dienste leisten können.
Allein diese zwei Seiten haben diesen Reiseführer für mich deutlich aufgewertet. War ich zunächst wirklich ein wenig aufgrund der kürze der Texte enttäuscht, haben diese Hinweise, wo ich mehr Informationen finden könnte, es für mich wieder rausgerissen. Da waren wirkliche Entdeckungen dabei, die ich sofort auf meine regelmäßige Blog-Besuchs-liste gesetzt habe. […] ist absolut einen Besuch wert. (auf Englisch!)

Wirklich gut ist der Reiseführer bei den praktischen Tipps. Hier fasst er sich zwar ebenfalls kurz, aber da brauche ich auch keine ausschweifenden Schwärmereien, hier will ich konzentrierte Infos und die erhalte ich. Anreise, Auskunft, Autos, Währung, Camping, Botschaften, Einreise, hier findet sich alles, was man als Islandreisender an Informationen fern von Reisetipps und Sehenswürdigkeiten braucht. Harte Fakten gut zusammengefasst und auf das Wesentliche reduziert.

Sprachführer Englisch, ich muß gestehen, ich brauche diese Sprachführer in Reiseführern nicht. Entweder ich kann mich mit meinen Fremdsprachenkenntnissen (Englisch, Französisch, ein bißchen Spanisch, ein bißchen Türkisch) verständlich machen oder ich habe ohnehin auf Reisen ein Wörterbuch dabei. Ja diese kurzen Tabellen bieten eine ganz nette und oft auch witzige Hilfe, aber brauchen tu ich das meist nicht. Schön fand ich hier allerdings das Kästchen, in dem die Besonderheiten der isländischen Schrift und Sprache erklärt werden.

Im Anhang befinden sich dann ein Reiseatlas mit Detailkarten, ein Register und eine kleine Seite mit Platz für eigene Notizen.
In einer stabilen und strapazierfähigen Plastiktasche befindet sich ein herausnehmbarer Faltplan, den ich sehr praktisch fand. Ich mag ja laminierte Karten sehr gerne, aber dieser hier ist wirklich stabil und gut verarbeitet, das ist ebenfalls sehr gut ausreichend.

Auf der letzten Seite finden sich einige Warnungen, was man bloß nicht tun sollte. Diese Warnungen fand ich aber so selbstverständlich und elementar, wie „Brütende Vögel nicht stören“, „Isländer nicht duzen“, „Im Wanderoutfit nicht ausgehen“, das hätte es meiner Meinung nach eher nicht gebraucht.

Fazit: Ein wirklich guter, aber eben sehr kurz gefasster Reiseführer, für all jene, die sich einen kurzen Überblick über Island verschaffen wollen, absolut ausreichend, wer eine wirkliche Reise plant und vorher bereits in Informationen zu seinem Reiseziel schwelgen will, sollte sich hier weitere Informationen holen zur Vorbereitung. Für unterwegs allerdings ist dieser Reiseführer absolut ausreichend.

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