Iris Grädler – Meer des Schweigens

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In der Regel halte ich mich von Kriminalromanen fern.
Mein Beruf führt dazu, dass ich mich immer über die falsch oder furchtbar dargestellte Arbeit der Ermittler, fantastische Ideen der Autoren, die an der Realität komplett vorbei gehen und absurde Ermittlungsabfolgen aufrege.
Selten kann mich ein Krimi wirklich überzeugen oder gar fesseln und viel zu oft ist mir bereits auf den ersten Seiten klar, wo der Hase hinlaufen wird und jegliche Spannung ist vorbei.
Iris Grädler gelingt mit ihrem „Meer des Schweigens“ daher etwas Seltenes, zum einen gelang es ihr von der ersten Seite an, mich zu fesseln und mein Interesse an den Figuren ihrer Geschichte zu wecken, zum anderen stolperte ich nur an ein zwei kleinen Stellen über wirklich kleine Ermittlungsfehlerchen. (Man packt Beweismittel nicht in Plastiktüten….. etwas was Autoren leider irgendwie nie lernen werden. Liebe Autoren, merken und weiter geben, Beweismittel kommen in Papiertüten/Umschläge, damit sie atmen können und nicht gammeln.)
Das ist wenig, das stellt mich zufrieden, das bereitet mir Freude.
Allerdings muß man anmerken, dass es sich hier auch nicht um einen klassischen Kriminalroman handelt, dazu liegt zu wenig Gewicht auf der Ermittlungstätigkeit, es ist spannend und es gibt Morde, ja klar, aber es geht doch viel tiefer. Hier machen die Figuren den unterhaltsamen Part aus. Die Lebensgeschichten der handelnden Menschen.
Besonders fasziniert hat mich hier, dass es der Autorin gelungen ist, die einzelnen Handlungsstränge zunächst einzeln zu erzählen und dafür zu sorgen, dass der Leser sich Gedanken macht, wie diese Figuren letztlich zusammen finden werden und sie dann sehr geschickt und flüssig miteinander zu verweben, ohne dass man das Gefühl hat, hier wird konstruiert oder zusammengeschustert.

Mir hat die Geschichte und das Setting an der Küste Englands mit den verschrobenen Figuren, ihren Problemen, Familiengeschichten, Geheimnissen und Freuden sehr gut gefallen.
So gut, dass ich mich bereits jetzt auf ihr nächstes Jahr im Frühling erscheinendes Buch „Am Ende des Schmerzes“ freue.

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