Mir fehlte ein Tag zwischen Sonntag und Montag – Katrin Bauerfeind

Seit langem noch mal ein Buch, das ich nicht von Autor, Verlag oder Marketingprogramm erhalten habe, sondern das ich mir ganz alleine und ganz selbst ausgesucht und gekauft habe.

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Gekauft, wegen des einfach nur grandiosen Titels. Oh ja, mir fehlt dieser Tag auch, ich brauche ihn dringend. Wirklich.

An diesem Tag würde ich all die Dinge erledigen, an denen ich sonst jede Woche scheitere. Fensterputzen, öfter Staubsaugen, mir die Nägel maniküren. Sowas halt. Ich würde perfekt aussehen, hätte ein sauberes Haus und meine Nägel wären ein Traum. Dieser eine kleine zusätzliche Tag würde mich retten und genau deshalb mußte ich dieses Buch kaufen und lesen.

Tatsächlich kenne ich Frau Bauerfeind überhaupt nicht. Ich weiß nicht, dass sie eine Sendung bei 3Sat hat und auch nicht, was sie sonst so gemacht hat. Ich habe keinen Fernseher, daher sind mir Fernsehmenschen häufig einfach nicht bekannt. Das macht aber nichts, denn Katrin Bauerfeinds Texte sind auch unterhaltsam, witzig, böse und treffend, wenn man sie nicht kennt.

Auch wenn ich mich nicht immer mit ihren Schlußfolgerungen identifizieren konnte, so waren mir ihre bissigen kleinen Analysen des alltäglichen Scheiterns doch sehr nah, ich fand sie nachvollziehbar und unterhaltsam.

Ihre Texte sind wirklich witzig, nachdenklich und dennoch nicht zu flapsig, nicht zu ruppig und nicht beleidigend, wem auch immer gegenüber. Manchmal habe ich heute das Gefühl, witzig geht nur noch, wenn man sich auf Kosten anderer amüsiert. Das tut Frau Bauerfeind nicht. Sie reißt Witze auf ihre Kosten, etwas was ich selbst gerne tue. Sie nimmt sich selbst nicht so ernst, nicht so wichtig und ist dabei verdammt sympathisch.

Sei es als alternde Jungfer mit einem Glas Wein in ihrer Stammkneipe unter 16jährigen (Chapeau!!) oder im Umgang mit ihrer dementen Oma, die sie liebt und mag und über deren Handlungen sie trotzdem schon mal lachen muß. Sei es in ihrer Beschreibung der Dinge, die nun mal mit 20 anders sind, als mit 30 oder in ihren Beobachtungen als weiblicher Single, die ich durchaus teile und die zwar witzig zu lesen sind, in meiner Singlezeit aber hier und da den ein oder anderen Wutausbruch verursacht haben.

Für den Text über die Mami-Freundinnen, die plötzlich nicht mehr Freundin, sondern nur noch Mami sind, hätte ich die Autorin tatsächlich fast knutschen können. Das war so zutreffend, so gut… Danke! Ich, kinderlos, über dreißig und ohne die Absicht mich fortzupflanzen fühlte mich plötzlich verstanden.

So könnte ich noch einige Seiten weiter schwärmen, ich höre aber jetzt auf und fasse mich kurz: Lesen!

Vorallem wenn man kurze Texte, Glossen und Essays mag. Das war toll!

Ein Gedanke zu „Mir fehlte ein Tag zwischen Sonntag und Montag – Katrin Bauerfeind

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