Nigel Slater…

Bereits vor einigen Tagen purzelte hier vom DuMont Verlag das wunderschön gestaltete neue Kochbuch von Nigel Slater in den Postkasten.

Die äußere Aufmachung ist ähnlich, wie bei seinen beiden anderen im DuMont Verlag erschienen Kochbücher „Tender – Gemüse“ und „Tender – Obst“, wunderschön und sehr wertig.

Auf 543 Seiten stellt Slater 250 Gerichte vor, dabei gerät er ins Erzählen, ins Schwärmen, ins Berichten und allein vom Lesen seiner Schwätzerein neben den Rezepten bekommt man Hunger. Die Gerichte sind, wie von Slater gewohn,t einfach, aber besonders. Mit wenigen Zutaten erzielt er ein Geschmackserlebnis, das einfach fabelhaft ist. Bereits bei „Tender – Gemüse“ konnte er mich mit irrwitzigen Gewürzkombinationen locken und so tut er es auch hier in seinem Küchentagebuch.

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Da ich heute mit einer fiesen Erkältung auf dem Sofa herumliege, habe ich ein wenig in den Winter geblättert und mir dort ein Hühnersuppenrezept herausgesucht. Während ich mir die Zutaten zusammenstelle, die ich tatsächlich alle im Haus habe, aber so NIEMALS kombinieren würde (Hühnchen, Pfefferkörner, Sternanis, Zimtstange, Palmzucker, Ingwer, Nudeln, Gemüse, Thai-Basilikum), lese ich, was er zu dem 6.Januar, zu dem dieses Gericht gehört, zu berichten hat und fühle mich Dank seiner wunderbaren Gabe zu erzählen, sofort in seinen mit Rauhreif bedeckten Garten versetzt, in dem gerade die elementaren Lebenkräfte dazu eingeladen werden, das Wachstum der Pflanzen zu unterstützen. Ich schmunzele und bekomme noch mehr Lust auf diese Hühnersuppe.

Das Hühnchen schwimmt im Zimt-Anis-Sud und ich freue mich, blättere weiter durch dieses wundervolle Buch, lasse mich bezaubern, verlocken und klebe Notizzettel, unterstreiche, schmunzele vor mich und bekomme weiter Appetit, obwohl es mir doch eigentlich gerade ganz garstig geht.

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Slater schreibt von sich selbst, er sei kein Küchenchef, nicht einmal ein leidenschaftlicher Koch, sondern lediglich einer, der still begeistert und ein bißchen gierig ist und diese Gier nach guten Zutaten, nach dem Besten und Leckersten findet sich in jedem Satz und jeder Zeile dieses Buches wieder. Ja, auch hier finden sich Gerichte, die mich weniger ansprechen, aber es sind wirklich wenige, die meisten wecken sofort meinen Appetit. Dabei ist anzumerken, daß Slater sehr einfach kocht, er verzichtet sehr oft auf Salz oder Pfeffer, läßt eher die Zutaten ihren eigenen Geschmack entfalten, was ich sehr zu schätzen weiß, mag ich es doch auch eher mild und urtümlich.

Meine Hühner Nudelsuppe war ein Traum und selbst der Mann, den man mit Anis und auch mit Zimt sonst jagen kann, hat brav probiert und sich anschließend zweimal Nachschlag genommen.

Die Portionen im Buch sind teilweise etwas großzügig bemessen, da ich aber ja einen guten Esser an meiner Seite habe, ist das nicht dramatisch. Schade ist, daß es nicht zu jedem Gericht ein Bild gibt, aber das ist eben Slaters Art, Neugier wecken und die Freiheit lassen, es selbst optisch zu gestalten.

Nun könnte man meinen, daß durch den Aufbau im Rhythmus des Jahres das Ganze unübersichtlich wäre, ist es aber nicht. Dank des ausführlichen Glossars findet man jedes Gericht auf Anhieb anhand der Zutaten wieder und gerade dieser Aufbau lädt zum Stöbern und Ausprobieren ein. Dazu sind immer wieder Slaters Notizen und Überlegungen teilweise auch in den Rezepten, einfach nur wunderschön zu lesen.

Nachdem es heute dann die fantastische Nudelsuppe gab, springe ich morgen thematisch wieder in den August und werde uns lecker klebrige Hähnchenbeinchen mit Thymian und Knoblauch zubereiten.

Ich bin sicher Nigel Slater und sein Küchentagebuch, werden mich in Zukunft häufig beim Kochen begleiten und selbst wenn ich nicht daraus koche, werde ich darin lesen, während ich darauf warte, daß irgendwas fertig gegart ist.

Übrigens war Frau Katze ziemlich scharf auf die Suppe, obwohl sie sonst ja eher nicht scharf auf Futter ist…

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2 Gedanken zu „Nigel Slater…

  1. Pingback: Eat – das kleine Buch der Fastfood-Küche von Nigel Slater | jetzt kocht sie auch noch

  2. Pingback: Chicken &Rice  | jetztkochtsieauchnoch

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