Befehl von oben – Tom Clancy

Ein so schlecht übersetzter Clancy ist mir wirklich selten untergekommen. Keine Ahnung was die Übersetzer sich bei der ein oder anderen militärischen Wortschöpfung gedacht haben, aber da hätte man vielleicht jemanden zu Rate ziehen können, der von der Materie ein wenig Ahnung hat. Das hätte zumindest dann dazu geführt, daß ich nicht ständig die Augenbrauen hätte hochziehen müssen, was zu einer eindeutig vermehrten Faltenbildung auf meiner Stirn beim Hören des Hörbuchs geführt hat.

Aber lassen wir die Übersetzung mal links liegen, dann ist das einer der besten Clancys, die ich bisher gehört habe, ja er hätte sich wie immer kürzer fassen können, hat er aber nicht und mir hat das auch durchaus gut gefallen. Vorallem im Hinblick auf die derzeit in Westafrika herrschende Ebola Epidemie und die Situation zur Zeit im Irak ist dieser Clancy an seiner Aktualität kaum zu übertreffen. Es ist beeindruckend, wie Clancy die politischen Manöver beschreibt und selbst für den politischen Laien verständlich macht. Ja, hier und da ist er auch mir immer ein wenig zu patriotisch, amerikanisch. Aber mein Gott, das hier ist Unterhaltungsliteratur und kein Geschichtsbuch. Ich habe Jack Ryan hier gerne begleitet, bei seiner wohl größten und schwersten Aufgabe bisher. Vorallem die ständigen Selbstzweifel der Figur und ihr durchaus nicht immer perfektes Auftreten werden in diesem Teil der Reihe sehr gut dargestellt und machen ihn einfach sehr sympathisch. Gut er wird in diesem Buch auch hart gebeutelt und ob es nicht vielleicht ein Anschlag weniger auch getan hätte, lasse ich mal dahin gestellt. Mir haben die sehr gut gewobenen Netze des Autors in der Geschichte hier einfach nur fantastisch gefallen. Etwas schade fand ich das letztlich sehr einfach Abhandeln der Geschichte um die beiden Mountainmen, da hatte ich irgendwie einen größeren Knaller vermutet. Spannend waren für mich auch die Umstände auf einer Infektionsstation und die Möglichkeiten mit einer so harmlosen kleinen Vire so viel Chaos zu stiften.

Frank Arnold liest wie üblich perfekt und grandios. Ich glaube nicht, daß mir das Buch, hätte ich es selbst gelesen, genauso gut gefallen hätte, wie mit den Stimmen und Betonungen des Sprechers, der es immer wieder schafft, mich zu begeistern.

Fazit: Trotz seiner Länge ein sehr unterhaltsamer und sehr spannender Jack Ryan-Roman, der zur Zeit leider wieder traurig aktuell ist und dem ich bessere Übersetzer gewünscht hätte, das konnte sich zeitweise wirklich keiner antun. Luft-Dreck-Raketen, ne ist klar…

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