Schattenmädchen – Laila El Omari

Ich mag Lailas Bücher, obwohl ich sonst mit diesem historischen Kram wenig anfangen kann. Gut, da mag auch reinspielen, daß ich die Autorin als Freundin sehr schätze, trotzdem bewerte ich das Buch so, wie ich es bewerten würde, wenn es eben nicht meine Freundin wäre, die es geschrieben hat.
Dies ist also nun der erste Jugendroman, ich war sehr gespannt, wie sie an die Thematik herangeht und einen historischen Roman jugendgerecht aufbaut und die Geschichte gestaltet.
Ich muß gestehen, daß ich zu Beginn sehr enttäuscht war, ich habe mich hin und wieder gelangweilt und es waren mir wirklich zu viele Beschreibungen und ausufernde Spaziergänge zur Nachtzeit, die ich mir für ein junges Mädchen zur damaligen Zeit einfach so nicht vorstellen konnte. Dazu habe ich ständig darauf gewartet, daß jetzt doch mal endlich irgendwas passieren muß und dabei ständig in die falschen Richtungen gedacht.
Leider war mir auch die Hauptfigur nicht sonderlich sympathisch, im Gegenteil Maya ging mir unwahrscheinlich auf die Nerven, dabei verhält sie sich recht realistisch, wie ein jugendliches Mädchen, allerdings gehen mir kichernde Teenager in ihrer Naivität und dem latent vorhandenen Größenwahnsinn auch in der realen Welt schnell auf den Geist, so daß das wirklich gut eingefangen wurde.
Dann als ich das Buch gerade abbrechen wollte und Laila mitteilen, daß es diesmal wirklich nicht meinen Geschmack getroffen hat und mir das alles zu lange dauere, da passierte dann endlich was und die Geschichte entwickelte sich in eine gänzlich andere als von mir erwartete Richtung, vermochte mich zu überraschen und so zu fesseln, daß ich die letzten 100 Seiten in einem Rutsch durchlas und atemlos am Ende angelangt. Das war wirklich gut. Wäre das ganze Buch in der Art und Geschwindigkeit des Handlungsablaufs geschrieben worden, wäre es ein wirklich tolles Leseerlebnis gewesen, für mich dauerte der Start der Geschichte also einfach deutlich zu lange, es mag geduldigere Leser als mich geben, die sich daran weniger stören.
Schön gefunden hätte ich ein Personenverzeichnis oder einen Stammbaum, da es doch für ein Jugendbuch recht viele Personen sind, die auf dem unterschiedlichsten Weg miteinander verwandt sind.
Außerdem fand ich hin und wieder die Sprache und Denkweise der Charaktere etwas zu modern, allerdings ist das wohl der Tatsache geschuldet, daß es sich um ein Jugendbuch handelt, da kann man mit zu angestaubten, wenn auch passenden Dialogen vermutlich, keinen Teenager zum Lesen animieren.
Schön ist das unheimliche historische Wissen der Autorin, das immer wieder zwischen den Zeilen aufblitzt, ob jugendliche Leser das so zu schätzen wissen, wie es die Leser ihrer historischen Romane tun, weiß ich nicht, mir hat es gefallen und es versetzte mich tatsächlich an den richtigen Ort und die richtige Zeit beim Lesen.

Fazit: Ein Buch, das vorallem zu Beginn ruhig eine etwas zügigere Gangart und einen etwas kräftigeren Spannungsbogen vertragen hätte, bei dem mich aber das Ende und die dortigen Wendungen mit dem zähen ersten Teil wieder ausgesöhnt haben.
Empfehlen würde ich es tatsächlich auch jüngeren romantischen Leserinnen, da es trotz dunklem Geheimnis und Spannung, sowie Gewalt, nie zu extrem wird.

Ein Gedanke zu „Schattenmädchen – Laila El Omari

  1. Ich habe auch schon mehrere Bücher von Laila gelesen, allerdings aus der „Erwachsenenabteilung“ 😉 eins davon, der Orchideenpalast. Ich muss sagen, ich mag ihre Bücher sehr und auch die Art, wie sie geschrieben sind. Liegt eventuell auch an der Tatsache, dass ich einfach historische Literatur unheimlich gerne mag 😉

    Liebe Grüße
    Jenny

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