Zeitsplitter – die Jägerin von Cristin Terrill

Ich muß gestehen, ich lese wirklich gerne Jugendromane, gute Jugendromane. Dieser hier hat zwar durchaus seine guten Ansätze und ist durchweg spannend, hat aber leider auch seine großen Schwächen.
Eine davon ist der Part den Marina erzählt, das junge Mädchen erzählt nämlich durchaus ansprechend für die Zielgruppe, für mich als Erwachsene aber schrecklich nervtötend, unsicher, unglücklich verliebt, zaudernd und naiv stolpert sie durchs Leben und ging mir damit in ihren Erzählparts leider schrecklich auf die Nerven. Ihr älteres Ich hingegeben reißt das wieder ein wenig raus, dieses erzählt nämlich durchaus angemessen ohne dieses furchtbare Jugendsprech „Er hat gesagt, sie hat gesagt, ich hätte gesagt, daß er gesagt hätte, was ich gesagt hätte…*grusel*“.
Die Geschichte an sich ist ziemlich gelungen und obwohl die Idee der Zeitreise in Romanen ja nun nichts Neues ist, so wird sie hier doch recht verständlich und gut umgesetzt, auch auf Paradoxien wird eingegangen und eine für mich gute und halbwegs sinnige Lösung gefunden. Abgesehen davon, daß die Edelsteintrilogie von Kerstin Gier ebenfalls das Thema Zeitreise berührt, habe ich hier jedoch keine weiteren Parallelen gesehen. In diesem Buch hier geht es viel mehr um Freundschaft, als um Verliebtheit, darum, ob man einen Menschen schon dann für etwas bestrafen kann, was er tun wird, wenn er es noch nicht getan hat und wie man den Lauf der Zeit verändern kann, ohne sich selbst auszulöschen. Auch der Mißbrauch der Forschung und Technik nimmt einen großen Themenkomplex ein und wird leicht verständlich und spannend in die Geschichte integriert. Ich wurde beim Lesen durchaus gut unterhalten, habe einige interessante Denkansätze bekommen.
Leider wurde ich dennoch nicht wirklich begeistert oder verspüre das Verlangen Em und Finn weiter zu begleiten, vorallem, auch weil ich mit dem Ende, das dann leider der ganzen vorherigen Erklärung wiederspricht nicht warm wurde.

Trotzdem würde ich das Buch für jugendliche Leserinnen und auch Leser, denn es nicht zu sehr auf Mädchen ausgerichtet, empfehlen, eben weil es durchaus sozial- und gesellschaftskritische Punkte aufwirft und diese im Rahmen der Geschichte spannend dargestellt werden.

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