Der nicht mehr ganz so neue Haruki Murakami…

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki.

Kurzbeschreibung: (Amazon)

Der neue Murakami! Sein größter Erfolg ein Epos um Freundschaft, Einsamkeit und Schuld

Mit 36 Jahren blickt Tsukuru Tazaki auf ein entgleistes Leben zurück. Freunde, Heimat, Liebe sind nur Worte für ihn. Die Menschen bleiben ihm fremd, allenfalls für Bahnhöfe und Züge bringt er ein vages Interesse auf. Als er Sara kennenlernt, die in einem Reisebüro arbeitet, öffnet er sich zum ersten Mal seit langem einer anderen Person die nicht glauben kann, was sie hört. Wenn ihre Beziehung eine Chance haben soll, beschwört sie Tsukuru, dann muss er in seine Vergangenheit reisen, auf der Spur einer Wunde, die niemals verheilt ist, und vier Farben, die sie ihm zugefügt haben. Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki folgt einem Mann ohne Eigenschaften und Leidenschaften beim Versuch, sein verlorenes Leben zurückzuerobern. Der japanische Rekord-Bestseller, der mit der höchsten Erstauflage aller Zeiten startete und sich in weniger als einer Woche über eine Million Mal verkaufte, ist ein großer Roman über Freundschaft und Liebe, Schmerz und Schuld.

Meine Meinung:

Ich habe das Lesen dieses Buches hinausgezögert, habe langsam gelesen, um mich länger mit Herrn Tazaki befassen zu können. Letztlich kam ich dann aber heute doch zum Ende und wurde nicht enttäuscht, obwohl ich dies fast befürchtet hatte. Murakami schildert wie üblich in einfachen subtilen Sätzen eine Geschichte, die unter die Haut geht, die berührt, in der man sich irgendwo wiederfindet und mit Situationen, die jeder Leser kennt und die somit in jedem etwas wohl bekanntes schönes oder auch aufwühlendes auslösen. Dieses Buch ist tatsächlich nicht so verdreht und sperrig, wie viele seiner anderen Werke, es ist emotionaler und realistischer, wenn er auch hier Kobolde einbaut und verschiedene Dimensionen in seine Erzählung einbezieht, so passiert dies nur im Traum des Protagonisten.
Vielleicht kommen deshalb viele Leser, die sonst keinen Zugang zu Murakamis Geschichten finden, mit diesem Buch etwas besser klar, vielleicht enttäuscht es aber auch gerade die Leser, die auf seine fantastische Ader gehofft hatten.
Ich wurde nicht enttäuscht, dieses Buch hat mich begeistert und trotz seines ernsten und teilweise tristen Themas hat es sich, Dank der Bilder die Murakami konstruiert und die Emotionen plötzlich erklärbar machen, angefühlt, wie eine warme Decke, in die ich gehüllt wurde. Es war schön diese Worte über tiefe Freundschaft, Reue, Verständnis, Liebe, Enttäuschung und Angst zu lesen.
Dabei über den fantastisch gestalteten Umschlag zu streichen und sich auf den eigenen Bahnhof zu konzentrieren an dem man gerade baut, verbessert, einreißt oder bastelt und in dem ganz sicher irgendwann ein Zug hält, aus dem jemand aussteigt….

Phantastisch!

2 Gedanken zu „Der nicht mehr ganz so neue Haruki Murakami…

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