VEGAN-Projekt – Die Gründe

Aus den Kommentaren hier und den Nachfragen auf der Facebookseite, bzw. meiner privaten Facebookseite, wird mir klar, daß ich meine Gründe zu meinem Vegan-Projekt gar nicht wirklich erläutert habe.

Der Hauptgrund für mich ist auszuprobieren, ob ich für mich einen gesundheitlichen Vorteil erkenne, wenn ich auf Tierprodukte verzichte. Dazu muß man wissen, daß ich seit wenigen Jahren an diversen Lebensmittelunverträglichkeiten leide, die aber erst vor einigen Monaten abschließend diagnostiziert wurden. Nach einer recht teuren und aufwändigen Untersuchung, weiß ich nun, daß ich eigentlich abgesehen von Fleisch und Getreide eigentlich auf alles unangenehm reagiere.

Schlimm ist es bei Nüssen, Äpfeln und manchen Beeren, da bekomme ich Hautausschlag und Schwellungen am Hals und Gesicht. Unangenehm ist es häufig, aber nicht immer bei Milchprodukten, da bekomme ich starke Schmerzen und oft auch explosionsartigen Durchfall. Paprika geht roh gar nicht, gekocht manchmal. Nun bin aber eben ein Genußmensch und achte eigentlich überhaupt nicht darauf was ich esse, wenn es mir danach schlecht geht, dann ist das halt so, damit muß ich leben und habe auch gewisse Strategien damit umzugehen. Am meisten leidet der Mann, der mein Genörgel dann ertragen muß, wenn ich mal wieder irgendwas gefuttert habe, was ich nicht futtern sollte.

Nun ist ist es so, daß ich Fleisch halt gut vertrage, warum will ich also genau das weglassen? Weil der Arzt es empfohlen hat wäre nicht richtig, denn das hat er nicht, weil ich es weglassen will? Nein stimmt auch nicht, denn ich mag Fleisch ja, ich esse es gerne, aber eben genau das will ich ausprobieren, geht es mir besser, wenn ich auf Fleisch und Tierprodukte verzichte und gehen vielleicht meine Unverträglichkeiten zurück.

Das ist also mein Hauptgrund, ein wenig Körperreinigung, ein wenig ausprobieren, ob mein Körper diese Art der Ernährung vielleicht besser abkann, ob die Migräne weniger wird, der Rücken weniger doof ist und ich vielleicht konzentrierter bin.

Der zweite Grund ist der, daß ich mitreden will. In vielen Diskussionsgruppen rund ums Essen, an denen ich mich beteilige ist Veganismus ein Thema. Ein Thema mit dem ich mich noch nie wirklich befaßt habe und von dem ich gerade lerne. Häufig stößt man dort auf Dogmatiker, die die Ernährung zur Religion verklären und die ihren Ekel ausdrücken, wenn man anders ißt, als sie selbst. Das Totschlag-Argument ist da immer, du hast keine Ahnung, du hast nie vegan gelebt. Dieses werde ich durch mein kleines Abenteuer ausschalten, dann wird man vermutlich sagen, in 30 Tagen kannst du keinen Einblick gewinnen, aber ich für mich habe es immerhin ausprobiert.

Der Dritte Grund ist der, einfach mal ein wenig bewußter einzukaufen. Ich tue dies schon in vielen Fällen, ich kaufe oft (nein, nicht immer) Bio Obst und Gemüse, beziehe mein Mehl von der Mühle hier im Dorf, kaufe mein Fleisch bei unserem Dorf-Metzger, oder in Bioqualität. Dies möchte ich nun einen Monat lang, ohne das Fleisch, noch intensiver tun, mir Zeit nehmen und bewußt Dinge kaufen, die ich vielleicht nicht kenne und ausprobieren möchte. Gojibeeren und Matcha gehört da dazu.

Kein Grund ist für mich der ethische Aspekt! Ich fühle mich nicht besser, weil ich kein Ei esse oder weil für mich keine Kuh gemolken wird, denn ich fühle mich auch nicht schlecht, wenn ich Ei esse oder Fleisch. Tierprodukte zu nutzen ist für mich etwas normales. Dabei achte ich darauf, daß ich hochwertige Produkte kaufe. Produkte bei denen ich persönlich ein gutes Gefühl habe (ganz egal, ob dies wirklich berechtigt ist oder nicht)Ich finde es auch nicht verwerflich oder gar schlimm und böse, wenn andere Menschen anders einkaufen als ich. Wenn da Käfigeier im Einkaufswagen liegen oder das billige Fleisch, das sicher nicht von glücklichen Kühen stammt, dann ist mir das egal. Die Veganer aus Ethikgründen werden jetzt aufschreien und versuchen mich zu überzeugen, daß das Schlimm und Böse ist, aber damit keinen Erfolg haben.

Zu meiner Grundeinstellung gehört eine große Portion Toleranz, ich lebe meine Lebensweise und lasse jeden anderen Leben, wie er mag, ich werde schließlich auch von niemandem belehrt, was ich essen und kaufen soll und was nicht. Bzw. der ein oder andere versucht es, beißt aber auf Granit.

Natürlich wäre es schön, wenn wir eine schönere Welt basteln könnten, durch den kompletten Verzicht auf Tierprodukte, das können wir aber nicht, weil sich eben nicht jeder dafür entscheiden möchte. Das hat nichts mit Unverständnis oder Dummheit zu tun, sondern meist mit einer sehr bewußten Entscheidung.

ICH ESSE GERNE TIERE!

Dies gilt auch für mich. Ich mag ein Steak, ich mag einen Cheeseburger und ich liebe Datteln im Speckmantel und weich gekochte Eier. Dieses Projekt hier wird mich also nicht zur Veganerin machen, es wird auch nicht meine Einstellung zu Tierprodukten verändern, es ist einfach ein Abenteuer und eine Herausforderung, auf die ich mich einlasse, die mein Bewußtsein hoffentlich erweitert und die mich vielleicht am Ende wieder etwas dankbarer für die gute Nahrung, die Tiere uns liefern, sein läßt.

2 Gedanken zu „VEGAN-Projekt – Die Gründe

  1. Ich bin schon sehr gespannt auf deine Erfahrungen damit. Ich esse auch gerne Tiere und habe auch seit ein paar Jahren mit einigen Lebensmittelunverträglichkeiten zu kämpfen. Bei Laktose reagiere ich wie du, wobei mich schon die Laktose z. b. in Bratwurst schachmatt setzt (vielleicht sind es auch die Gewürze) und ich deswegen schon sehr darauf achte, sie nicht zu mir zu nehmen. Rohe Paprika kann ich auch nicht mehr ab und mit Apfelsaft kann man mich auch ausschalten. Da ich früher nie mäkelig war, was Essen betrifft und immer gerne alles gefuttert habe, ist das schon eine Umstellung.
    Da Fleisch zu den wenigen Lebensmitteln gehört, die problemlos gehen, wenn es nicht in Milchpulver gewälzt wurde, habe ich es auch noch nicht weggelassen. Wobei wenn man die Mahlzeiten selbst zubereitet und entweder laktosefreie Milchprodukte verwendet oder diese durch ähnliche Produkte austauscht, erhält man wieder einen einigermaßen abwechslungsreichen Speiseplan. Nur vom Imbiss an der Ecke essen, das geht bei mir gar nicht mehr und das finde ich wirklich seltsam, da ich früher ganz gerne mal einen Döner, eine Pizza, eine Currywurst usw. gegessen habe…
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Projekt und verfolge es mit großem Interesse.

  2. Schöne Gründe, ich freue mich schon über weitere Berichte. Ich mag und teile zum sehr großen Teil Deine Einstellung. Ich kaufe auch selten Fleisch und wenn dann vom Bauern, oder vom Dorfmetzger und trotzdem fahre ich gelegentlich einen Hamburger essen. Ich weiß, das beißt sich, und meistens verzichte ich auch auf den Burger oder wähle eine vegetarische Variante, aber eben nicht immer… ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.

    Viele Grüße
    Anita

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