Josephs Köln

G20130511-153204.jpgestern war es endlich so weit, nachdem ich nun seit Wochen immer wieder morgens auf dem Weg zur Arbeit am Josephs vorbei fahre und mich ärgere noch immer nicht dort gewesen zu sein, waren wir gestern endlich da.

Die Parksituation ist dort perfekt gelöst, das Parkhaus ist quasi unter dem Restaurant und vor der Tür befindet sich direkt ein Aufgang mit Parkautomat. Das Lokal selbst ist rustikal gehalten, aber durchaus edel ausgestattet. Neben normalen Tischen laden auch zwei große Tische in den Ecken, die etwas separiert sind und gemütlicher ausgestattet sind zum Platznehmen ein. Von der Terrasse aus hat man einen tollen Blick über den Rhein und auch beim gestrigen schlechten Wetter haben wir direkt vor dem Fenster sehr gut gesessen und hatten eine schöne Aussicht.

Die Bedienung und der Herr an der Bar waren witzig nett und freundlich und sehr angenehm. Keineswegs überkandidelt oder arrogant, wie man es in solchen Lokalen hin und wieder leider doch erlebt, im Gegenteil, die junge Dame, die für unseren Tisch zuständig war, war unheimlich nett und sympathisch und auch einem kurzen beratenden Gespräch zur Speisekarte und (jaaaa, wir sind Mädchen!!) zu ihrem Nageldesign nicht abgeneigt.

Auch als wir drei alle statt Wein Rhabarbersaftschorlen verlangten gab es keine hochgezogenen Augenbrauen, sondern lediglich ein: „Sehr gerne. Kommt sofort!“

Die Schorle war schön erfrischend und lecker und in den großen Kelchen sah die rosa Schorle auch zauberhaft aus.

Dann kam die Qual der Wahl, ich hatte mir zwar bereits überlegt, daß ich eigentlich am Liebsten das Menü hätte, habe dann aber noch mal umentschieden und selbst aus der Karte zusammen gestellt.

Meine Vorspeise:

20130511-153217.jpgGebratene Jakobsmuscheln mit gegrilltem grünem Spargel und Orangen-Vinaigrette

War wirklich super lecker, selten habe ich so auf den Punkt gebratene Jakobsmuscheln gegessen. Der Spargel war gut gewürzt und die Vinaigrette hatte eine sehr leckere schaumige Konsistenz, obwohl man mich sonst mit Zitrusfrüchten im warmem Essen jagen kann, hat mir das wirklich herausragend gut geschmeckt. 20130511-153225.jpg

Meine Begleitung A hatte als Vorspeise Büsumer Krabben auf Zimmermann Schwarzbrot
mit Kräuterquark und Endiviensalat um die auch ich zunächst herumgeschlichen war.

20130511-153234.jpg

Die Vorspeise wurde übrigens herausragend schnell an den Tisch gebracht. Das ging wirklich ruckzuck.Auch für das Hauptgericht konnte ich mich nicht vom Fisch lösen, obwohl die Spargelkarte auch durchaus ihren Reiz hatte. Ich hatte als Hauptgericht Scholle “Finkenwerder Art“ mit Speck, Zwiebeln
und Nordseekrabben auf lauwarmen Kartoffel-Lauchsalat. Allerdings war das das schwächste der drei von mir probierten Gerichte. Die Scholle schmeckte zwar gut, war von schöner konsistenz, aber sehr sehr grätig und die Krabbensoße für meinen Geschmack deutlich zu salzig. Allerdings bin ich da wirklich ein kleines Mäkelchen, ich mag es eher wenig gewürzt und einem weniger empfindlichen Gaumen, mag das schmecken. Es war auch keineswegs schlecht, nur eben nicht gänzlich nach meinem Geschmack und zu deftig während der Kartoffellauchsalat fast schon ein wenig fade schmeckte. Da war ich dann doch ein wenig enttäuscht und ich werde beim nächsten Mal dann doch lieber etwas anderes wählen.

Eigentlich wollten wir es dabei dann belassen, allerdings gelang es unserer Tischdame uns zu ködern, indem Sie uns den gebackener Vanillepudding mit marinierten Erdbeeren
und Holunderbeerensorbet ganz dringend ans Herz legte und wir bissen an. Was soll ich 20130511-153254.jpgsagen? Ein Träumchen. Der Vanillepudding schmeckte wunderbar, nicht zu süß und zerging förmlich auf der Zunge, das Holundersorbet, bei dem ich ein wenig Sorge hatte, daß es bitter sein könnte, schmeckte fantastisch. Ich hätte den Teller ablecken können, so gut war das. Wenn ich das gewußt hätte, hätte ich auf die Hauptspeise verzichtet und drei Portionen Vanillepudding gegessen und dabei muß ich anmerken, daß ich eigentlich wirklich kein großer Puddingliebhaber bin, aber das hier, das war so lecker, das kann man kaum in Worte fassen und ein Augenschmaus!

Fazit: Das Josephs bewegt sich zwar im deutlich gehobenen Rahmen, ist jedoch dennoch ein sehr gemütlicher und interessanter Treffpunkt. Die Speisen sind durchweg ein optisches Highlight, wenn ich halt auch, mit meiner Scholle offenbar einfach Pech hatte und diese nicht ganz mein Geschmack war, der Rest war einfach nur himmlisch lecker. Eine ganz große Empfehlung, unbedingt hingehen.

Ah fast vergessen, wir haben online über Opentable reserviert, was perfekt funktioniert hat!

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